Wohnsitzverlagerung ins Ausland

Verlegung des Wohnsitzes ins Ausland

Die Verlagerung ins Ausland kann viele besonders attraktive Vorteile mit sich bringen. Auf diese Weise können Geschäftsleute, Unternehmer und Freiberufler ihren Wohnsitz ins Ausland verlegen und Steuern sparen. Reisefreiheit ist hier zu verstehen als die dauerhafte Verlegung des Wohnsitzes ins Ausland, insbesondere in ein Land der Europäischen Gemeinschaft.

Ist der Umzug ins Ausland sinnvoll?

Durch eine erfolgreiche Wohnsitzverlegung fällt das Gesamteinkommen, das so genannte Weltgewinneinkommen, nicht mehr unter die deutsche Einkommenssteuer, sondern nur noch unter das Einkunftsrecht ("limited tax liability"). Dazu zählen Erträge aus der Vermietung von Grundstücken in Deutschland, Pensionen von heimischen Versicherungsanstalten oder Versorgungsunternehmen, Ausschüttungen von dt. Unternehmen, Erträge aus einer in Deutschland ausgeübten oder verwerteten selbstständigen oder nicht selbstständigen Erwerbstätigkeit, Erträge aus einer in Deutschland ausgeübten land- oder forstwirtschaftlichen Erwerbstätigkeit, etc.

Liegt ein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) zwischen Deutschland und dem Wohnsitzland vor, wird das Steuerrecht von Einzelfall zu Einzelfall vollständig auf den einen oder anderen Vertragstaat übertragen oder das Steuerrecht geteilt. Doppelte Steuern werden dadurch verhindert, dass entweder die Steuern im Quellen- oder im Wohnsitzland beibehalten werden. In dem anderen Bundesland werden die Einnahmen dann von der Steuer befreit.

Erträge aus unbeweglichen Gütern (Land- und forstwirtschaftliche Nutzung, Land) werden regelmässig in dem Mitgliedstaat versteuert, in dem sich das Grundstück erstreckt. Erträge aus dem Geschäftsbetrieb werden auch in dem Mitgliedstaat versteuert, in dem sich die ständige Niederlassung des Unternehmens erstreckt. Daher unterliegen diese Vermögenswerte auch nach einem Wohnsitzverlegung in Deutschland weiterhin der Steuerpflicht. Hinweis: Für Aktionäre einer Aktiengesellschaft mit einem Anteil von mind. einem Prozentpunkt, die seit mind. zehn Jahren in Deutschland der unbeschränkten Einkommensteuer unterliegen, gilt die Exit-Steuer zum Verlagerungszeitpunkt.

Im Falle einer Abreise innerhalb der EU oder des EWR wird die Besteuerung auf Gesuch hin bis zum eigentlichen Verkauf der Aktien ohne Zinsen aufgeschoben. Mit der Erbschaft- und Schenkungssteuer ist die Steuerschuld nicht nur an den Sitz des Schenkenden oder Testators, sondern auch an den des Schenkenden oder Erbenden gebunden. Spätestens fünf Jahre nach der Ausreise aus Deutschland fallen nach wie vor Geschenke des Ausreisenden oder das durch seinen Tod entstandene Vermögens.

Wenn eine im Ausland wohnhafte Personen einem in Deutschland wohnhaften Begünstigten ausländische Vermögenswerte schenken oder vererben, unterliegen diese ebenfalls der in Deutschland geltenden Erbschafts- und Schenkungssteuer. Dies ist vom Sitz der Betroffenen abhängig und gilt auch nach dem Ende der 5-Jahres-Frist, wenn inländische Vermögenswerte (z.B. Geschäftsbetrieb oder Liegenschaften in Deutschland) veräußert oder ererbt werden.

Vor dem Verlassen der Bungalows sollten Sie Ihre spezifischen Einkommens- und Finanzgegebenheiten gründlich prüfen, um festzustellen, ob sich ein Wohnortwechsel im Einzelnen aus steuerlichen Gründen rechnet.

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